#42 - Wie komme ich raus aus dem Jammertal?

 

Derzeit gibt es ja wirklich viel Grund zum Jammern – Einschränkungen, die schon seit einem Jahr andauern, wieder steigende Fallzahlen, Impfchaos, finanzielle Einschränkungen usw. Mir jedenfalls geht es so, dass es mir in letzter Zeit schwer fällt, auf ein „Wie geht’s?“ einfach „Danke, alles bestens!“ zu antworten. Dabei heißt es ja so oft, dass wir den Blick aufs Positive lenken sollen und dankbar für das sein sollen, was wir haben … also, wie gelingt das, wenn das Bedürfnis nach Jammern einfach überwiegt?

Schritt 1: Gib dem Bedürfnis nach Jammern Raum. Nimm Dir einen Zettel und stell Dir einen Timer auf 5 Minuten. Jammer richtig los. Schreib alles auf, was gerade doof ist und was Dir auf die Nerven geht. Wenn der Timer piepst, hör auf, auch wenn Dir noch vieles anderes einfällt.

Schritt 2: Spüre nach, wie es Dir jetzt geht. Fühlst Du Dich jetzt befreiter oder beschwerter? Nicht lange analysieren, sondern nur kurz nachspüren und dann am besten aufstehen, einmal strecken, abklopfen oder ausschütteln und Dich danach wieder hinsetzen – vielleicht sogar auf einen anderen Platz.

Schritt 3: Schaffe ein Gegengewicht. Stell Dir den Timer auf 10 Minuten und schreib Dinge auf, für die Du dankbar bist. Was ist gerade ganz gut oder was könnte schlimmer sein? Da gibt es eigentlich immer etwas zu finden, nur ist unser Gehirn darin weniger geübt (daher auch 10 statt 5 Minuten).

Schritt 4: Wie geht es Dir jetzt? Wenn der Timer piepst, halte wieder inne. Hat sich etwas verändert gegenüber vorher? Erwarte keine große Euphorie ... aber vielleicht ist ja zumindest ein kleiner Lichtschimmer da. Wenn nicht, ist aber auch okay.

Schritt 5: Vergleiche die beiden Listen und mach einen kleinen Schritt. Gibt es positive Aspekte, die einen Teil der negativen Aspekte abmildern? Kannst Du diese vielleicht verstärken? Gibt es negative Aspekte, die kein Gegengewicht haben? Was könnte unter den gegebenen Umständen ein Gegengewicht sein? Überlege Dir möglichst konkret etwas, was Du tun kannst, um etwas mehr Gewicht aus der Jammer-Schale zu nehmen. Das muss nichts Weltbewegendes sein und gerade unter den aktuellen Umständen ist es auch nicht zu erwarten, dass Du mit einem Schlag alle Probleme löst. Aber wichtig ist, dass wir uns dem Ganzen nicht völlig hilflos ausgeliefert fühlen!

Also, was ist eine Kleinigkeit, die Du aktuell unternehmen kannst, die Dein Bedürfnis nach Jammern abmildern könnte? Für mich ist es z.B. dieser Text hier … denn ich fühle mich jetzt unbeschwerter als davor :-)

 

Wenn Du merkst, dass es Dir schwerfällt, Gegengewichte zu finden, dann lass Dich bei der Suche unterstützen! Achte aber darauf, dass Dein Gegenüber, nicht einfach mit ins Jammer einsteigt, sondern in der Lage ist, die Bremse zu ziehen und den Blick gemeinsam auf positive Aspekte zu lenken.