#35 - Wie gehe ich mit Matheangst um?

 

Kein anderes Fach in der Schule ist mit so vielen Ängsten verbunden wie die Mathematik und viele Menschen haben auch nach der Schule noch Ängste, wenn es um Zahlen und Formeln geht. Oft wird diese Matheangst dann auch an die eigenen Kinder „vererbt“ und diese haben dann schon die Überzeugung, dass sie zu dumm für Mathematik sind, bevor sie überhaupt mit dem Fach in Berührung gekommen sind.

 

Wie lässt sich so ein Muster durchbrechen?

1.) Überprüfe Deine Glaubenssätze: Wenn es um Mathematik geht, verfallen viele Menschen in Schwarz-Weiß-Denken. „Das ist nur was für Jungs“ oder „Entweder man hat das Mathe-Gen oder nicht“. Oder eben auch „Meine Eltern waren schon schlecht in Mathematik, wie soll ich dann gut darin sein?“ Solche Gedanken helfen vielleicht kurzfristig dabei, mit Frustrationen umzugehen, aber auf Dauer verstärken sie das Problem nur. Wenn Du also merkst, dass Du solche Gedanken hast, dann such nach Gegenbeispielen … Welches Mädchen kennst Du, das gut in Mathematik ist? Wer ist auch kein Genie, kommt aber trotzdem ganz gut zurecht? Nimm Dir ein Beispiel an den „mittelmäßigen“ Schülern … wie schaffen diese es mittelmäßig zu sein, wenn es doch nur schwarz oder weiß gibt?

2.) Weiche der Mathematik nicht aus: Wenn es um Ängste geht, ist unsere natürliche Reaktion oft Erstarren oder Weglaufen. Werden wir aber häufiger mit dem angstauslösenden Thema konfrontiert, verstärkt das die Ängste nur immer weiter. Daher ist es wichtig, trotzdem dranzubleiben und sich dem Thema in möglichst entspannter Atmosphäre zu nähern. Dabei helfen tägliche kleine „Fingerübungen“, also zum Beispiel das Mitrechnen im Supermarkt, ein paar Bruchrechnungsaufgaben zur Wiederholung und in der Schule vor allem natürlich die Basisaufgaben zum jeweiligen Thema, um das es gerade geht. Jedes noch so kleine Erfolgserlebnis ist ein wichtiger Schritt auf die Mathematik zu und weg von der Angst.

3.) Vermeide negative Bewertungen: „Ich hasse Mathe“, „Mathe ist ein Arschloch“ oder „Wer sich das ausgedacht hat, sollte erschossen werden“ … Es ist ja okay, mal den Frust rauszulassen, aber langfristig stehst Du Dir mit solchen Gedanken selbst im Weg. Wenn Du der Mathematik den Krieg erklärst, dann verstärkt das nur Deine Angst. Denn den Krieg kannst Du ja gar nicht gewinnen … schon allein aus dem Grund, dass alle die Leute, die sich die Schulmathematik „ausgedacht“ haben, schon lange tot sind. Du musst Mathe nicht lieben, aber zwischen Liebe und Hass gibt es auch noch ein paar Zwischentöne. Versuch es z.B. mal mit „Mathe ist mir nicht unbedingt sympathisch“. Und wenn Du bei dieser Formulierung ein bisschen schmunzeln musst, dann ist das schon eine erste hilfreiche Veränderung!

4.) Denk nicht zu viel an später: „Das brauch ich doch eh nie wieder!“ ist einer der lähmendsten Gedanken überhaupt. Denn dann sieht Dein Gehirn auch keinen Grund dafür, den Lernstoff zu verstehen und zu behalten. Schau stattdessen nach konkreten Anwendungen aus dem Alltag … mit ein bisschen Bereitschaft und Neugier findet man viele Stellen, an denen die Mathematik eine Rolle spielt. Oder Du kannst die Mathematik auch als ein sinnfreies Spiel betrachten, bei dem es darum geht, Gesetzmäßigkeiten zu entdecken und Lösungen zu finden, ein bisschen wie bei einem Puzzle oder einem Escape-Room-Spiel.

5.) Höre auf zu katastrophisieren: Ein bisschen innerer Druck ist nicht verkehrt, um sich zum Lernen zu motivieren, aber alles was in Richtung „Wenn die Arbeit daneben geht, wird das nie etwas mit dem Abi!“ geht, ist zu viel des Guten. Es hängt fast nie alles an einer Note und durch konstante Mitarbeit im Unterricht kann man sehr viel ausgleichen. Selbst wenn sämtliche Mathe-Klausuren in der Oberstufe mangelhaft sind, kann man das Abi bestehen.

Wie ist Deine Einstellung zum Thema Mathematik? Welche Möglichkeiten nutzt Du, etwas entspannter an sie heranzugehen und vielleicht sogar ein bisschen Spaß an ihr zu finden?