#34 - Wie findet man einfache Lösungen?

Background Image by Peter H on pixabay.com
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Es wäre zu schön, wenn wir immer eine einfache Lösung für jedes Problem parat hätten. Daher ist das schon ein starkes Versprechen von Alexander Solschenizyn, selbst wenn wir noch ein bisschen danach suchen müssen.

 

Allerdings glaube ich zunächst gar nicht, dass er in diesem Zitat tatsächlich meinte, dass immer alles easy ist und die Lösung eines Problems nicht auch schmerzlich sein kann. Er selbst hatte ja auch eher eine schwierige Biographie als Häftling in einem sowjetischen Zwangslager und mit einer Krebserkrankung im Alter von 33 Jahren.

 

Irgendwie hat er es aber dennoch geschafft, 89 Jahre alt zu werden und vielleicht drückt sich ja gerade im obigen Zitat vor allem ein unbeirrbarer Glauben aus, dass sich jedes Problem lösen lässt und man nie aufgeben sollte.

 

Also, wie können wir bei der Suche nach Lösungen vorgehen?

1.) Das Problem definieren. Viel zu oft sind wir wie gelähmt von einem Problem, weil wir es zu groß machen, zu viele Probleme auf einmal sehen und gar nicht hinsehen wollen. Wie genau sieht also die düstere Wolke aus? Wann tritt das Problem auf und wie äußert es sich? Wer leidet darunter? Auch hilft es, komplexe Probleme aufzuteilen. Was ist am dringendsten? Wo ist der Leidensdruck am größten?

2.) Ein Ziel formulieren. Wenn Du lösungsorientiert vorgehen möchtest, ist es jetzt gar nicht so hilfreich, weiter zu analysieren und nach genauen Ursachen für das Problem zu suchen. Versuch Dich einmal gedanklich von dem Problem zu lösen und stell Dir vor, wie es wäre, wenn es schon gelöst wäre. Was wäre dann stattdessen da? Wie sieht diese ideale Zukunft aus? Versuche daraus ein positives Ziel zu formulieren, auch wieder möglichst konkret. „Positiv“ heißt, dass Du keine Verneinungen benutzt, also statt „Ich werde nicht mehr so schnell wütend“ zum Beispiel „Ich bleibe gelassen, wenn mich jemand ärgert“.

3.) Nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Was weißt oder kannst Du schon, das Dich Deinem Ziel ein Stück näher bringt? Was würde Dir jetzt Dein bester Freund oder Meister Yoda raten? Woran würdest Du merken, dass Du schon einen Schritt weitergekommen bist? Was wäre dann anders? Was möchtest Du später Deinen Enkeln erzählen, wie Du dieses Problem gemeistert hast? Geh kreativ an die Sache heran und lass alle „Ja, aber …“ - Gedanken erst einmal bei Seite.

4.) Den ersten Schritt gehen. Nachdem Du ein paar Ideen davon bekommen hast, wie mögliche Lösungsansätze aussehen, gibt es bestimmt eine winzige Sache, die Du sofort aufgreifen kannst. Was möchtest Du also als erstes tun? Welche Kleinigkeit kannst Du verändern, die Dich ein bisschen näher an Dein Ziel bringt?

Du brauchst den kompletten Weg hin zum Ziel noch nicht vor Augen zu haben. Das wichtigste ist, dass Du einen Schritt weg vom Problem hin zu einer möglichen Lösung gehst. Eine „einfache“ Lösung lässt sich nämlich selten finden, indem unsere Gedanken immer weiter um das Problem kreisen. Mach Dich also aktiv auf die Suche, indem Du Dir die grobe Richtung klarmachst und dann schrittweise losgehst.