#69 - Den inneren Film zurückdrehen

5 Schritte wie Du Deinen inneren Film zurückdrehst

 

Oft hält uns unser Geist in inneren Filmen gefangen ... wir hadern mit vergangenen Ereignissen oder verstricken uns in Sorgen über die Zukunft und fühlen uns dann im Hier und Jetzt ziemlich mies. Dann wäre es doch schön, eine Rückspultaste zu haben, mit der wir zum Auslöser dieses inneren Films zurückspulen könnten, um vielleicht einen anderen, angenehmeren Film ablaufen zu lassen.

 

Wie könnte das gelingen?

 

1.) Mach Dir bewusst, dass ein innerer Film abläuft. Oft ist das gar nicht so leicht zu bemerken. Ein Hinweis könnte zum Beispiel ein plötzlicher Anfall von schlechter Laune oder Gereiztheit sein oder Du merkst, dass Du von Deiner realen Umgebung gerade nicht viel mitbekommst.

 

2.) Halte den Film an. Sage innerlich „Stopp!“ und atme bewusst ein paarmal ein und aus. Solltest Du gerade in Bewegung sein – z.B. bei einem Spaziergang – dann bleib am besten wirklich stehen.

 

3.) Beschreibe, die aktuelle Szene in Deinem Film. Was war da gerade los? Woran hast Du gedacht? Was hast Du dabei gespürt? Geh nicht ins Detail, sondern halte es knapp, um nicht wieder in den Film einzusteigen.

 

4.) Gehe einen Schritt zurück. Was ist davor passiert? Woran hast Du da gedacht? Was war die vorhergehende Szene in Deinem Film? Auch das kannst Du körperlich unterstützen, indem Du im eigentlichen Sinn des Wortes einen Schritt zurückgehst.

 

5.) Wiederholung und Neustart. Wiederhole Punkt 4.) so lange, bis Du am Anfang des Filmes ankommst oder Du nicht mehr genau weiter weißt. Und vielleicht kannst Du jetzt einen anderen, angenehmeren Film ablaufen lassen.

 

Natürlich erfordert dieses „Zurückdrehen“ ein bisschen Übung und Geduld. Daher kann es auch helfen, es erst einmal bei emotional nicht sehr belasteten inneren Filmen auszuprobieren. Eine gute Gelegenheit ist es z.B. wenn Dir auffällt, dass Du mitten in einem Gespräch plötzlich bei einem anderen Thema landest. Dann erkläre Deinem Gegenüber kurz, welcher Gedankengang Dich dorthin geführt hat.

 

Auch beim Durchscrollen von sozialen Medien oder Nachrichtenseiten werden ziemlich viele innere Filme getriggert. Daher kann es also spannend sein, immer mal wieder innezuhalten und zu fragen: „Wie geht es mir gerade? Woran denke ich gerade? Was habe ich eben gelesen oder gesehen, das das ausgelöst haben könnte?“